Lupus erythematodes - Symptome & Therapie

Lupus erythematodes (SLE) ist eine chronisch-entzündliche, in Schüben verlaufende Autoimmunerkrankung, die eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome aufweist. Durch diese variable Symptomatik können Diagnose und Therapie der Erkrankung erheblich erschwert werden. Der Lupus-Spezialist Prof. Dr. Josef Smolen vom AKH Wien spricht sogar von der „kompliziertesten Krankheit der Welt“. „Tatsächlich gibt es keine Erkrankung, die ein breiteres Spektrum an klinischen Ausdrucksformen hat. Lupus kann alle Organe, Gelenke und Muskeln treffen“, erklärte Smolen im September auf dem Weltkongress LUPUS 2015 in Wien.

Die genauen Mechanismen zur Entstehung der Erkrankung sind noch nicht eindeutig erforscht. Als gesichert gelten jedoch Einflüsse von genetischen Merkmalen und hormonellen Faktoren, wie das vermehrte Vorkommen bei Frauen zeigt. Frauen sind in etwa zehn Mal so häufig betroffen wie Männer. „Häufig trifft Lupus jüngere Frauen im gebärfähigen Alter, im dritten bis vierten Lebensjahrzehnt“, so Smolen. Die ersten Anzeichen einer Lupuserkrankung können vielfältig sein – sie reichen von Gelenkschmerzen über UV-Licht-Empfindlichkeit mit Hautveränderungen bis hin zu Kopfschmerzen und Müdigkeit. Durch die variable Symptomatik ist die Sicherung der Diagnose Lupus erythematodes schwierig. Das American College of Rheumatology (ACR) hat diese variable Symptomatik in 11 Kriterien zusammengefasst. Erfüllen Patienten vier dieser Kriterien ist die Diagnose eines systemischen Lupus erythematodes möglich. Diese Kriterien wurden entworfen, um Ärzten die Diagnosestellung zu erleichtern, beziehungsweise die Genauigkeit der Diagnose zu erhöhen. Trotzdem durchlaufen Patienten oft eine Odyssee an Arztbesuchen bis die Diagnose Lupus tatsächlich gestellt wird; was insbesondere deswegen bedauerlich ist, da eine verspätete Diagnosestellung das Fortschreiten der Erkrankung (beispielsweise einen Befall der Organe) begünstigen kann.

Therapien bei Lupus erythematodes  

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Lebenserwartung und Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessert, was dem medizinischen Fortschritt zu verdanken ist. Eine Heilungsmöglichkeit gibt es aber bislang nicht. Ziel der Therapien ist es, die Symptome zu lindern und die Organe vor weiteren Entzündungen zu schützen. Bei der Behandlung können Änderungen im Lebensstil der Betroffenen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben. Maßnahmen wie Lichtschutz, Rauchverzicht sowie gesunde Ernährung werden empfohlen. Wichtig für die Alltagsbewältigung der Betroffenen ist zudem eine umfassende Patientenaufklärung. Denn viele Patienten leiden nicht nur an den wahrgenommenen organischen Symptomen, sondern auch an Unsicherheit und Ängsten. Eine verstärkte Wissensvermittlung über die Krankheit und die Behandlung in Form von ärztlichen Patientenschulungen wäre daher wünschenswert.

Ferner ist die Zahl der zur Verfügung stehenden medikamentösen Therapien vergleichsweise übersichtlich. Nach wie vor stellen Kortikosteroide (z. B. Cortison) eine therapeutische Hauptsäule dar, wenngleich diese insbesondere bei langfristiger Behandlung eine ganze Reihe unerwünschter Nebenwirkungen auslösen können. Zudem kommen Antimalariamittel sowie immunsystemdämpfende Medikamente (Immunsuppressiva)  wie Azathioprin als Behandlungsmethode zum Einsatz. 

Im Jahr 2013 wurde mit Belimumab erstmals ein sogenannter monoklonaler Antikörper (Biologika) als Standardtherapie für Lupus erythematodes zugelassen. Therapeutische monoklonale Antikörper sind biotechnologisch hergestellte Antikörper, die eine zielgerichtete Aufgabe im Immunsystem des Patienten übernehmen sollen. Im Falle von Belimumab soll durch die Bindung an das B-Lymphozyten stimulierende Protein „BLyS“ die Lebensdauer von B-Lymphozyten verkürzt werden, was zu einer Reduzierung der Krankheitsaktivität führen soll. Der zusätzliche Nutzen von Belimumab für Lupus-Patienten gilt allerdings als umstritten. Daher wird an weiteren biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen (Biologika) geforscht, die zum Teil bereits in klinischen Studien getestet werden.

Auch bei der Charité Research Organisation führen wir immer wieder klinische Studien mit neuen Wirkstoffen gegen Lupus erythematodes durch. Hierfür suchen wir Lupus-Patienten, die an einer Studienteilnahme interessiert sind. Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier